Das Auetal

Das Auetal ist eingebettet zwischen den bewaldeten Hängen der Bückeberge im Norden, dem Wesergebirge und dem Süntel im Süden. Es liegt im südlichen Bereich des Landkreises Schaumburg, etwa 45 km südwestlich von Hannover und hat die Form eines Dreiecks, dessen Ecken die Bernser Landwehr im Westen, die Wierser Landwehr im Nordosten und der Ort Raden im Osten bilden. Im Auetal leben etwa 6.400 Einwohner. Die Fläche erstreckt sich auf etwa auf ein Gebiet von 62 Quadratkilometer. Die direkte Anbindung an die Bundesautobahn Hannover - Dortmund in Rehren hat für das Auetal in Bezug auf Bauen und Wohnen einen sehr großen Stellenwert.

Der Sitz der Verwaltung Gemeinde Auetal ist in Rehren. Seit der Gebietsreform im Jahre 1974 trägt die aus 16 Ortschaften bestehende Gemeinde den Namen Auetal, abgeleitet von der in Hattendorf entspringenden und das Gemeindegebiet durchfliessenden Aue. Im September 1980 entschied man sich für einen Gemeindewappen, das eine Süntelbuche mit 16 Blättern zwischen zwei Hügeln - Bückeberg und Süntel - und quer davor ein Bach - die Aue - zeigt. Jedes Buchenblatt steht für eine Ortschaft.

Die über 350-jährige Süntelbuche in der Ortschaft Raden, welche als Vorlage für das Gemeindewappen diente, begann im Winter 1993 - 1994 zu verfallen. An dieser Stelle zeigt heute eine junge Süntelbuche den eindrucksvollen Wuchs dieser Baumart.

1983 wurde unter Mitwirkung aller Ortsteile die 800. Jahrfeier des Auetals festlich begangen. Erstmalig urkundlich genannt wurden die Auetaler Orte Antendorf, Klein Holtensen, Rehren und Wiersen am 11. Dezember 1182.

Zu den Sehenswürdigkeiten des Auetal zählen die beiden historischen Kirchen aus dem 12. und 13. Jahrhundert in Hattendorf und Kathrinhagen, sowie die kleine Kapelle in der Ortschaft Rehren. Von ihr weiß man, dass sie im 16. Jahrhundert renoviert wurde.

Auch die Hagenhufendörfer wie Poggenhagen, Altenhagen, Rolfshagen und Kathrinhagen, sind im ausgehenden 12. Jahrhundert entstanden. Das Wort Hagen weist auf das damals noch voll bewaldete Gebiet hin. Erst Rodungen schufen die heute landwirtschaftlich genutzten Ackerfelder, die es im Auetal reichlich gibt.

In der Hattendorfer Kirche predigte viele Jahre lang der Pastor Karl Georg Sommerlath, ein Großonkel der Schwedenkönigin Sylvia.
Die Kirche von Kathrinhagen wurde an der Stelle erbaut, an der schon um das Jahr 1000 eine Wallfahrtskapelle stand. Diese Kapelle war der heiligen Katharina geweiht, deren Bild auch jetzt noch, gemalt von einem Künstler des 14. oder 15. Jahrhunderts, den Altarraum der Kirche schmückt. Ursprünglich war die Kirche von Kathrinhagen eine Wehrkirche.

Erste Ansiedlungen gehen auf zahlreiche Güter im Auetal zurück. In der Ortschaft Altenhagen liegt das Rittergut Wormstal. Jahrelang war es im Besitz derer von Holte die um 1238 an der Spitze der Schaumburger Ritter standen. Das ehemalige Gut Bodenengern mit seinen im Jahre 1700 erbauten, als Baudenkmal anerkannten Wasserschloß in der Ortschaft Rannenberg wurde um das Jahr 1150 als Adelshof der Ritter Post erwähnt.
Mit dem Gut Nienfeld in der Ortschaft Antendorf wurde 1609 Claus von Münchhausen durch Graf Ernst belehnt. Das Gut Oelbergen in der Ortschaft Poggenhagen diente um 1410 als Vorwerk der Schaumburg. In der Ortschaft Hattendorf liegt das Gut Südhagen.

In der Ortschaft Rehren wurde der Publizist, Schriftsteller und Verfassungskämpfer Dr. Friedrich Oetker geboren. Er ist besonders aus seiner Tätigkeit als Abgeordneter des Schaumburger Landes im Kurhessischen Landtag um 1850 und als Nationalliberaler im Reichstag in Berlin von 1867-1881 bekannt geworden. Anläßlich seines 100. Todestages wurde an seinem Geburtshaus in der Ortschaft Rehren eine Gedenktafel angebracht.

Das Heimatmuseum für das Auetal hat seinen Sitz in Hattendorf und lädt herzlich zum Besuch ein. Hier erfahren Sie mehr über die Geschichte, Bevölkerung und das Leben im Auetal. Anhand der bisher gesammelten Museumstücke bekommen Sie einen sehr guten Eindruck, wie sich das Leben in den letzten Jahrzehnten bis jetzt entwickelt und verändert hat.